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Mach’s wie James Bond – mit Spionspiegeln sehen, ohne gesehen zu werden

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Mach’s wie James Bond – mit Spionspiegeln sehen, ohne gesehen zu werden

Sehen und gesehen werden“ hat meist etwas mit dem roten Teppich, der Firmenfeier oder dem Universitätsgelände zu tun. Aufmerksamkeit bekommen und anderen Aufmerksamkeit schenken tut vielen Menschen gut. Doch was, wenn wir eben gerade nicht gesehen werden möchte, während wir unsere Umgebung beobachten.

In der Tierwelt gibt es ein überwältigendes Phänomen – während wir im Dunkeln etwa Hunde und Katzen anhand ihrer im Licht reflektierenden Augen gut erkennen können, reflektieren die besonderen Facettenaugen von Motten so gut wie kein Licht. Die physikalischen Zusammenhänge wie etwa Brechungsindizes konnten Forscher des Max-Planck-Institut für Metallforschung entschlüsseln und für die Entwicklung reflexionsarmer Oberflächen wie etwa Linsen oder Bildschirme nutzen.

Katzenaugen reflektieren das Licht – Glas StarDie Augen von Katzen reflektieren in der Dunkelheit, während Mottenaugen kaum zu sehen sind.

Um das „Sehen und nicht gesehen werden“ geht es auch bei der spannenden Thematik des Zwei-Wege-Spiegels, den wir uns in diesem Beitrag widmen. Dabei erklären wir die Funktionsweise des Spiegels und stellen Ihnen seine Einsatzbereiche vor.

 

Was ist ein Zwei-Wege-Spiegel?

Ein Zwei-Wege-Spiegel oder auch Spionspiegel wirkt von einer Seite wie ein normaler Spiegel, jedoch ist die Spiegelfläche, abhängig von der Lichtsituation, von der gegenüberliegenden Seite für den Beobachter durchsichtig wie ein Fenster. Diese spezielle Spiegelkonstruktion ist auch unter den Begriffen Überwachungsspiegel, Polizeispiegel, Venezianischer oder Spanischer Spiegel bekannt. 

 

In welchen Bereichen werden Spionspiegel eingesetzt?

Ein sehr bekanntes Beispiel für halbdurchlässige Spiegel sind etwa die Verhörräume der Polizei. Durch die spiegelnde Oberfläche wird sichergestellt, dass etwa Augenzeugen bei Gegenüberstellungen Tatverdächtige identifizieren und dabei anonym bleiben können. Doch auch als Sichtschutz in Büroräumen kommt das beschichtete Glas zum Einsatz. 

Im Gebäudebau erfüllt Spionglas beziehungsweise Spiegelglas in erster Linie einen funktionalen Zweck. So kommt das reflektierende Glas häufig in Form großflächiger Glasfronten zum Einsatz und verhindern als Hitze- beziehungsweise UV-Schutz ein übermäßiges Aufheizen des Gebäudes. Dennoch bieten die Glasfassaden die nötige Privatsphäre, da sie keine Blicke nach Innen erlauben.

Spionspiegel werden nicht nur bei der Polizei eingesetzt – Glas StarSpionspiegel werden nicht nur in den Verhörräumen der Polizei eingesetzt. 

Den Effekt, der nur in eine Richtung spiegelnden Oberfläche macht man sich außerdem bei den sogenannten Smart-Mirrors sowie bei hinter einer Spiegelfläche versteckten TV-Geräten zunutze. Darüber hinaus filtern Zwei-Wege-Spiegel blaues UV-Licht sowie ultraviolettes Licht, was für den Betrachter besonders augenschonend ist.

Tipp: Möchten Sie mehr über Smart Mirrors erfahren, lesen Sie auch unseren Beitrag: „Mehr als nur ein Spiegel: Smart Mirror Glas.“

Zu guter Letzt können die einseitig spiegelnden Glasflächen auch gestalterisch eingesetzt werden, um zum Beispiel im privaten Wohnbereich einen Raum größer und heller erscheinen zu lassen.

 

Wie funktioniert ein Spionspiegel?

Doch egal wo Sie einen Spionspiegel einsetzen möchten, im Büro oder im Eigenheim, die Funktionsweise hängt, wie bereits erwähnt, maßgeblich von den Lichtverhältnissen ab, die auf der Vor- sowie auf der Rückseite der Spiegelfläche herrschen. Hält sich Betrachter A in einem hell erleuchteten Raum auf, so wirkt die Oberfläche auf ihn wie ein gewöhnlicher Spiegel. Jedoch kann Betrachter B auf der gegenüberliegenden Seite durch die Fläche hindurchschauen wie durch ein Fenster – vorausgesetzt der Raum, in dem er sich aufhält, ist dunkel beziehungsweise nur indirekt beleuchtet. 

Die Funktionsweise von Spionspiegeln hängt maßgeblich von den Lichtverhältnissen ab, die auf der Vor- sowie auf der Rückseite der Spiegelfläche herrschen.“

Das optimale Helligkeitsverhältnis zwischen zu Beobachtendem und Beobachtungs-Raum, auf das sie beim Einbau von Spiegelglas achten sollten, sollte etwa 1:5 Lux betragen. Zum Vergleich: Die Helligkeit einer Straßenlaterne liegt bei etwa 10 Lux. Bei umgekehrten Lichtverhältnissen geht der Effekt der halbdurchlässigen Spiegel allerdings verloren.

Seine besonderen Eigenschaften erhält der Spionspiegel durch das sogenannte Magnetron-Sputtering-Verfahren. Bei dem auch als Kathodenstrahlverfahren bezeichneten Herstellungsprozess wird eine Beschichtung aus Metalloxiden auf die Glasoberfläche aufgebracht.. Diese Beschichtung ist zwar unveränderlich, sollte jedoch nicht mit scharfen Gegenständen wie Schraubenziehern, aggressiven Reinigern oder Poliermitteln bearbeitet werden.

 

Sehen und gesehen werden – nur wenn Sie es möchten

Und nun kann es losgehen. Sehen, ohne gesehen zu werden – das geht nicht nur im Tierreich, sondern cleveren Forschern und ausgeklügelten Beschichtungen sei dank, auch in zahlreichen wohnlichen und baulichen Einsatzbereichen. 

Durch ihre spezielle Oberfläche erlauben Spionspiegel einen klaren Blick von einer Seite, während sie von der anderen Seite wie ein herkömmlicher Spiegel wirken. So lassen sie auch Eigenheime, deren Bewohner vor neugierigen Augen geschützt werden möchten, durch lichtdurchflutete Räume strahlen.

 

Titelbild von Dmitry Ratushny. Weitere Bilder von Yannick Menard und Darius Bashar.

 

Hannah Doths ist Content-Expertin bei inara schreibt

 

Über die Redaktion:

Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.

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