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Keine Panik bei Glasbruch: Das ist zu tun, wenn die Scheibe bricht

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Keine Panik bei Glasbruch: Das ist zu tun, wenn die Scheibe bricht

Wenn Glas zerbricht, erreichen die Bruchstücke teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 5.000 Stundenkilometern. Das ist etwa fünfmal so schnell wie die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von modernen Passagierflugzeugen. Das Sprichwort „Scherben bringen Glück" soll eigentlich Zuversicht geben, doch Glasbruch ist vor allem ärgerlich, teuer und birgt Verletzungsgefahren. 

Grund genug, sich ausführlicher mit den Umständen auseinanderzusetzen, unter denen Glas bricht. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich Glasbruch vermeiden lässt und was Sie tun können, wenn dieser Fall doch eingetreten ist.

 

Inhalt

  • Was sind die häufigsten Ursachen für Glasbruch?
  • Sicherung und Schadensbehebung: Was tun nach einem Glasbruch?
  • In welchen Fällen zahlt die Versicherung für den Glasschaden?
  • Wie entsorge ich kaputtes Glas?
  • Wie kann ich Glas vor Bruch schützen?
  • Fazit: Schadensbegrenzung bei Glasbruch 

Was sind die häufigsten Ursachen für Glasbruch?

Die gute Nachricht vorweg: Glasbruch aufgrund einer Eigenspannung des Materials ist bei den modernen Fertigungsverfahren heutzutage so gut wie ausgeschlossen. Wenn es dennoch zu Glasschäden kommt, ist dies fast immer auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Denn Glas ist ein spröder Werkstoff, der sich kaum verformen lässt. 

Aufgrund einer sogenannten „bruchauslösenden Zugspannung“ zerspringt es, wenn mechanische oder thermische Einflüsse zu stark auf das Glas einwirken. Es muss also Kraft im Spiel sein, wie zum Beispiel im klassischen Fall eines Fußballs, der in die Glasscheibe fliegt und dadurch „Stoßlasten“ auslöst. 

Glasbruch kann darüber hinaus durch besondere Kälte oder Hitze, durch Sturm, Sog oder Schneelasten entstehen. Auch bei der Produktion und beim Einbau können Schäden entstehen, die das Zerspringen der Scheibe zur Folge haben. 

Die inadäquate Montage führt dazu, dass das Glas anfällig für spätere Bruchschäden wird. Empfindlich sind hierbei vor allem die Kanten. Drucklasten durch Klemmleisten oder Halterungen und Einschlüsse im Material können ebenfalls Risse und Sprünge verursachen.

Übrigens: Glas bricht nicht immer auf die gleiche Weise. Je nach Materialzusammensetzung entstehen unterschiedliche Scherbenformen. Bei Verbundsicherheitsglas (VSG) werden diese durch eine reißfeste Folie zusammengehalten, was die Verletzungsgefahr deutlich reduziert.

 

Sicherung und Schadensbehebung: Was tun nach einem Glasbruch?

Wenn eine Glasscheibe Risse bekommen hat, ist es ratsam, diese unmittelbar an der Schadensstelle durch Klebeband abzusichern, damit sich der Riss nicht vergrößert. Wenn das Glas nicht in allzu viele kleine Glasscherben zersprungen ist, ist es möglich, diese noch zu kleben. Ansonsten sollten Sie besser einen Glaser kontaktieren, der die kaputte Scheibe austauschen kann. 

Kleinere Kratzer und Risse, zum Beispiel von Duschkabinen, Bilderrahmen oder Terrassentüren, können durch Polieren vorübergehend so gut wie unsichtbar gemacht werden. Hierfür gibt es spezielle Pasten und Polierkits. 

Sie sollten die Schäden dennoch im Blick behalten, denn wenn sich Risse vergrößern, gilt es auch hier das gesamte Glas auszutauschen.


Wie entsorge ich zerbrochenes Glas?

Kaputtes Glas entsorgenKaputtes Glas wird im Hausmüll oder bei Wertstoffhöfen entsorgt.

Ist die Scheibe ganz zerbrochen und kann nicht mehr durch Kleben stabilisiert oder durch Schleifen repariert werden, gilt es, sie vorsichtig zu entsorgen.  

In Glasrecyclingcontainer gehören nur Glasflaschen und sogenanntes „Verpackungsglas“, wie zum Beispiel Marmeladen- oder Senfgläser. Denn andere Glasarten, wie Trinkgläser, Glasscheiben oder Spiegel, können durch die unterschiedliche Materialzusammensetzung den Recyclingprozess empfindlich stören. Sie werden daher im normalen Hausmüll entsorgt, sofern sie bereits aus entsprechend kleinteiligen Scherben bestehen.  

Größere Stücke von kaputtem Fensterglas, Spiegeln, Vitrinenglas oder ausgediente Kochfelder aus Ceranglas können durch den Sperrmüll entsorgt werden oder werden von den städtischen Wertstoffhöfen entgegengenommen.

 

In welchen Fällen zahlt die Versicherung für den Glasschaden?

In einer Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung sind in der Regel nur Schäden abgedeckt, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl oder Vandalismus nach einem Einbruch entstanden sind. Durch die Hausratsversicherung ist dabei das bewegliche Hab und Gut versichert, durch die Wohngebäudeversicherung die fest mit dem Gebäude verbauten Teile wie Vordächer, Balkone, Fenster oder Türen.

Für alle anderen Schadensfälle muss in der Regel eine gesonderte Glasversicherung abgeschlossen werden oder der bestehende Versicherungsschutz durch die Hausratsversicherung um entsprechende Bausteine ergänzt werden. 

Versichert sind dann Glasschäden an der Gebäudeverglasung und der sogenannten Mobiliarverglasung. Hier gibt es unterschiedliche Konditionen bei den verschiedenen Versicherungsunternehmen, genaues Studieren des Kleingedruckten lohnt sich. Zu den möglichen abgesicherten Schäden können zum Beispiel gehören:

 

Glasschäden an der Gebäudeverglasung

  • Glas- oder Kunststoffscheiben von Dächern, Fenstern, Türen, Wänden, Brüstungen

  • Glas- und Kunststoffscheiben von Terrassen, Balkonen, Veranden, Wintergärten oder Loggien

  • Lichtkuppeln, Glasbausteine, Duschkabinen

     

Glasschäden an der Mobiliarverglasung

  • Glasscheiben von Schränken, Vitrinen, Tischen, Bildern

  • Spiegel (Wand-, Stand- oder Schrankspiegel)

  • Glaskeramik-Kochflächen (Ceran)

  • Glasplatten und Sichtfenster von Öfen, Elektro- und Gasgeräten

  • Aquarien und Terrarien 

Wichtig zu wissen ist, dass zerbrochenes oder gesprungenes Glas nur dann ersetzt wird, wenn ein Ersatz oder eine fachmännische Reparatur erforderlich ist. Typische Gebrauchsspuren wie Kratzer, Schrammen, Absplitterungen oder auch trüb gewordenes Glas werden nicht erstattet. Auch Hohlgläser wie Trinkgläser, Vasen, Lampen aus Glas oder Brillen sind im Schadensfall nicht von der Glasversicherung abgedeckt.

Porzellan und Trinkgläser werden nicht durch die Versicherung ersetzt - Glas StarZerbrochene Gläser und zersprungenes Porzellan sind nicht durch die Glasversicherung abgesichert.


Wie kann ich Glas vor Bruch schützen?

Doch damit es gar nicht erst so weit kommt, dass Fensterscheiben, Spiegel und Co. entsorgt werden müssen, gibt es verschiedene Möglichkeiten sie zu schützen. Ein wichtiger Faktor, um Glasbruch zu vermeiden, ist die Wahl der richtigen Glasart für das jeweilige Einsatzgebiet des Glases. 

Wenn Glas etwa besonderen thermischen Belastungen ausgesetzt ist, zum Beispiel bei einem Einsatz als Glasvordach, Fassadenelement oder Wintergarten, sollte immer vorgespanntes Glas verwendet werden. Dieses kann im Vergleich zu einfachem Floatglas der Hitzeentwicklung durch Sonneneinstrahlung besser standhalten. 

Zusätzliche Verschattungen helfen, das Risiko eines Glasbruchs zu reduzieren, das gilt im Übrigen auch für Fensterscheiben.

Begehbares Glas für Fußböden oder Treppenstufen sollte je nach Größe aus drei oder sogar vier einzelnen Glasscheiben bestehen, die mit einer speziellen reißfesten und zähelastischen Folie verbunden sind. So hält das Glas der besonderen Beanspruchung stand und ist vor Glasbruch geschützt.

Tipp: Die Gefahr des Zerbrechens besteht bei Glasscheiben schon vor dem Einbau. Falsch gelagerte Glaselemente, die ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind, können die Hitze schlecht ableiten, sodass es schnell zum Zerbrechen kommen kann. Decken Sie Glasstapel vor dem Einbau zur Sicherheit immer ab und schütze Sie sie es so vor erhöhter Sonneneinstrahlung. 


Fazit: Schadensbegrenzung bei Glasbruch

Durch die richtige Materialwahl und eine sachgemäße Handhabung und Nutzung kann das Ärgernis Glasbruch verhindert werden. Wenn es aber doch zum Schadensfall kommt, kann eine Glasversicherung helfen, den finanziellen Schaden abzumildern. 

Ob es sich um einen Produktionsfehler oder Garantiefall handelt, kann dagegen meist nur mit fachlicher Unterstützung geklärt werden. Wir sind im Falle unserer Glasprodukte gerne für Ihre Rückfragen da.

 

Titelbild von Ivan Vranić. Weitere Bilder von Karim MANJRA und CHUTTERSNAP.

 

Hannah Doths ist Redakteurin bei inara schreibt
Über die Redaktion
Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.


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