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Zwei-Wege-Spiegel

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Zwei-Wege-Spiegel

Sie möchten den vollen Durchblick haben, aber nicht selbst gesehen werden? Dann sind unsere Zwei-Wege-Spiegel perfekt für Sie geeignet. Es handelt sich um halbdurchlässige Spiegel, die als Trennung zwischen einem Beobachter-Raum und einem überwachten Raum dienen. Egal, ob für den Einsatz bei Polizei und Sicherheitsdienst, in Ladengeschäften oder zu Hause im Kinderzimmer - die Spionspiegel leisten in vielen Bereichen wertvolle Dienste. Wie genau die Spiegel funktionieren und wofür sie sich einsetzen lassen, wird im Folgenden erklärt.

 

Was ist ein Zwei-Wege-Spiegel?

Bei Zwei-Wege-Spiegel - auch als Spionspiegel, Einweg-Spiegel, durchsichtige oder venezianische Spiegel bekannt - handelt es sich um Glasscheiben, die von der einen Seite wie ein Spiegel, von der anderen Seite wie ein Fenster aussehen. Dieser Effekt ist allerdings nur bei der richtigen Beleuchtung möglich. Dabei macht man sich eine Eigenschaft des menschlichen Auges zunutze: Es kann nämlich lediglich einen begrenzten Bereich des vorhandenen Helligkeitsspektrums erfassen. Die restlichen Bereiche erscheinen über- oder unterbelichtet. Die Glasscheibe erscheint also von der beleuchteten Seite nur dann als Spiegel, wenn auf der Sichtseite nur wenig oder kein Licht vorhanden ist. Auf der wenig belichteten Seite wirkt die Scheibe dagegen wie ein Fenster.

Die Spiegel sind nach Maß und auf Wunsch als Acrylspiegel oder Polycarbonatspiegel erhältlich. Während unsere Acrylspiegel für den normalen Gebrauch in Innenräumen völlig ausreichend sind, handelt es sich bei Polycarbonat um einen außergewöhnlich schlagfesten Kunststoff. Das Material ist 250-mal stärker als normales Glas und um ein Vielfaches stärker als Acrylglas. Außerdem verfügt Polycarbonat über die Brandschutzzertifizierung B1 und kann damit auch in öffentlichen Bereichen verwendet werden

 

Wie funktioniert ein Zwei-Wege-Spiegel ?

Der spannende Effekt des Spionspiegels beruht auf dem perfekten Verhältnis von Durchlässigkeit und Reflexion des einfallenden Lichts. Er entsteht, weil das speziell beschichtete Glas nur etwa die Hälfte des Lichts durchlässt und aus diesem Grund das restliche Licht von beiden Seiten reflektiert. Dabei handelt es sich um Floatglas, das durch Sputtern - den Prozess der sogenannten Vakuum-Kathodenzerstäubung - mit einer dünnen Metalloxidschicht überzogen wird. Die dadurch entstehende halbversilberte Oberfläche bildet einen Metallfilm auf dem Glas, der gerade dick genug ist, um circa die Hälfte des Lichts zurückzuwerfen. Das bedeutet - im Gegensatz zu echten Spiegeln -, dass die Schicht dünn genug ist, um einen Teil des einfallenden Lichts durchdringen zu lassen. Das Resultat: Nur ein Teil des Lichts wird reflektiert, der Rest transmittiert zur anderen Seite. Zwar besitzen auch normale Glasplatten diese strahlenteilenden Eigenschaften, allerdings erreichen sie nicht das nötige Verhältnis von Reflexion und Durchlässigkeit. Allgemein gilt: Je höher die Lichtdurchlässigkeit, desto geringer fällt der Spiegel-Effekt aus.

Welche Bedingungen müssen also hergestellt sein, damit Zwei-Wege-Spiegel einen Raum einseitig optisch abschirmen? Wie oben beschrieben, muss es sich um eine Glasscheibe handeln, die über eine niedrige Lichtdurchlässigkeit und einen starken Reflexionsgrad verfügt, also kaum Licht zur anderen Seite dringen lässt. Zum anderen muss der betreffende Raum hell beleuchtet sein - schließlich muss genügend Licht auf die andere Seite gelangen. Damit einher geht, dass viel Licht zurückstrahlt und die Betrachter im überwachten Raum nur ihre Spiegelung wahrnehmen.

Damit die Betrachter auf der beobachtenden Seite ihre eigene Spiegelung möglichst wenig wahrnehmen, muss die Rückstrahlung von der anderen Seite minimiert werden. Um das zu erreichen, sollte die beobachtende Seite möglichst wenig beleuchtet sein. Es kommt zu einem selbstverstärkenden Effekt: Weil aus dem Beobachter-Raum so noch weniger Licht in den überwachten Raum dringt, kann man den Beobachter von dort aus überhaupt nicht mehr sehen.

 

 

 

Funktionieren Zwei-Wege-Spiegel auch bei gleichhellen Räumen ?

Damit der Beobachter von der beobachteten Seite nicht erkannt werden kann, bedarf es also einer speziellen Beleuchtungssituation: Zum einen herrscht auf der Seite des Beobachters sehr wenig Licht, zum anderen auf der Seite des Beobachteten sehr viel Licht. Dieses wird vom Spionspiegel zurückgeworfen und überblendet die Sicht auf den Beobachter, so dass dieser kaum noch sichtbar ist.

Doch auch Räume, die gleich hell sind, lassen sich mit unseren Spionspiegel vor Blicken schützen. Dafür bringen wir auf einer Glasscheibe ein teildurchlässiges Spiegelfinish an. Auf der spiegelabgewandten Seite verfügt das Glas über eine zusätzliche Antireflexbeschichtung. So muss das Licht im Beobachter-Raum das ihm zugewandte teilabsorbierende Glas zweimal, nämlich einmal vor und einmal nach der Spiegelung durchlaufen. Das aus dem Raum der Beobachteten durch die Spiegelschicht hindurchtretende Licht dagegen passiert die Glasscheibe nur ein Mal. Das Resultat: Die Glasscheibe wirkt vom Beobachter-Raum aus dunkel und Sie haben den vollen Durchblick. Das Licht im beobachteten Raum dagegen wird zum großen Teil durch die auf dieser Seite vorhandene Spiegelschicht zurückgeworfen. Die Glasscheibe erscheint dadurch hell und die Konturen im Beobachter-Raum werden überstrahlt.

 

 

Für welche Anwendungen eignet sich ein Zwei-Wege-Spiegel ?

Spionspiegel kommen in den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen zum Einsatz und werden sowohl von Unternehmen als auch von Privatpersonen gerne gekauft. Ihr wohl größter Vorteil ist, dass sie dem Betrachter einen Einblick in kritische Bereiche verschaffen. So kommen die Spiegel häufig bei der Polizei oder der Warenhaussicherheit, beim Überwachen von Showrooms oder Ladengeschäften zum Einsatz. Weitere Anwendungsorte sind Lagerräume, Büros oder die Bank. Auch in der Heimsicherheit, als Nanny-Cam oder als versteckter Fernseher finden die besonderen Spiegel Verwendung. Zudem werden Spionspiegel in nicht sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt - beispielsweise in Spukhäusern, in denen die Spiegel zum Einsatz kommen, um Besucher zu erschrecken.

 

Zwei-Wege-Spiegel nach Maß

Unsere Zwei-Wege-Spiegel gibt es ebenso wie unsere normalen Spiegel nach Maß und sie werden nach den Wünschen unserer Kunden individuell gestaltet. Durch die rahmenlose Bauweise passen sie sich unauffällig an jede Umgebung an und sind darüber hinaus besonders leicht. Auch die Montage gestaltet sich denkbar einfach. Die Spiegel werden mit handelsüblichen Schrauben befestigt.

 

Titelbild von Dmitry Ratushny. Weitere Bilder von Yannick Menard und Darius Bashar.

 

Über den Redakteur:

Maik Grondkowski - Geschäftsführer und Founder von Glas-Star.de
Technik und Design rund ums Thema Glas sind sein Spezialgebiet. 

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